Pflanzenölkocher - Zweistoffdüsen

Hallo liebe Leute,

Vorgestern hab ich mir eine Zweistoffdüse von Hago telefonisch bei Diva-Sprühtechnik in Hamburg bestellt und Heute kam das Päckchen schon an.

Diese Düsen arbeiten nach dem Venturi Prinzip, die durchgeblasene Luft saugt den Brennstoff an. Der Durchsatz richtet sich nach der Saughöhe und dem Druck der eingeblasenen Luft.

Ich habe eine 0.5er Düse mit ca. 2-2,5 Kg Brennstoffdurchsatz pro Stunde.

Damit Pflanzenöl ordendlich zündet muss der Flammpunkt durch vorwärmen herabgesetzt werden. Bei meinem Versuchsaufbau verwende ich einen Spirituskocher und als Temperaturanzeige die hier ein Einstichthermometer aus der Küche.

Nein, so hab ich das natürlich nicht in Betrieb genommen. Der Kompressor schüttelt zu doll und das warme PÖL wandert mit Topf.

Und noch ein bisschen Größer.

Die PÖL-Leitung besteht aus 6mm Kupferbiegerohr das sich Dank der kegelförmigen Aufbördelung selbst in der Verschraubung abdichtet. Der Luftanschluss (schwarz) ist noch nicht ganz dicht, da werd ich mir noch ein Schraubnippel basteln.

Das Einstichthermometer für den Braten hab ich auch noch auf die Schnelle mit einer Drahtschlaufe befestigt, schließlich möchte man ja ungefähr wissen wie warm das PÖL ist.

Also erstmal Alles auf dem PÖL-Fleck der letzen Versuche aufgebaut und einen kleinen Benzinbrenner zum Zünden unter die Düse gestellt. Wie ich mittlerweile weiß reicht auch ein normales Feuerzeug aus. Das PÖL ist auf 90°C vorgewärmt.

Den Kompressor eingeschaltet und “WOW”, schnell das V2A-Sieblech näher drangerückt und schon hat man eine recht gleichmäßig brennende Flamme mit gut 20-30 KW Leistung.

Der Brennraum ist so natürlich nicht optimal, also schnell ein paar Schamottsteine davor und die Verbrennung sieht gleich viel besser aus. Zum Glück hatte mein Besuch eine Rolle Teflonband im Auto, so konnte ich den Luftanschluss ein bisschen besser abdichten.

Das gefällt mir schon besser und noch ein Bild von Vorne.

Das ist doch eine schöne Energiequelle um drauf zu Kochen oder zu Grillen oder Heizen. Sehr vielseitig anwendbar und da es der Düse egal ist ob sie Frisches oder Altes bekommt, werde ich mein Altes aus der Fritteuse nie mehr entsorgen müssen.

UPDATE Januar 2012

Heut bekam ich eine Mail mit vielen Fragen über die Kaltzündwilligkeit von Pöl, also hab ich mal in den Blog geschaut und musste feststellen dass ich völlig vergessen hatte meine weiteren Ideen hier zu veröffentlichen.

Ich fand das im Januar 2010 auch nervig immer dieses Vorwärmen bis die Flamme richtig brennt, ein automatischer Kaltstart durch eine Funkenstrecke lief da einfach nicht zufriedenstellend. Und wie ich da so an meiner Arbeitsplatte saß und nach unten auf die Lötflasche schaute… , da hat es nicht lange gedauert bis die Zweistoffdüse da drangeklemmt wurde.

Es ist doch erstaunlich dass diese Festo Druckluftregler auch ganz gut mit Propan zurecht kommen. Den Regler an der Flasche auf 1 bar gestellt und den Druckluftfeinregler auf 0,2-0,4 bar. Hab den Druck einfach so eingestellt dass die Flamme 3-4 cm von der Düse entfernt brennt.

Das Pöl sollte Flüssig sein, die Temperatur spielt bei dieser Konfiguration keine Rolle, der Propan-Pöl-Nebel zündet bei kleinsten Funken.

Ganz wichtig ist ein Edelstahlgitter vor der Flamme für eine optimale Verbrennung.

Es geht aber auch ohne wenn man mal schnell nasses Holz anzünden will.

Mein Pöl-Propanhybridbrenner liegt auch dies Jahr schon bereit, mein Holzvorrat geht bald zu Ende.

Bei einem Heizungsbrennerumbau wäre das eine ganz einfache Möglichkeit die Vorwärmung zu umgehen indem man ein Magnetventil mit einem einstellbaren Zeitverzögerungsrelais kombiniert. Beim starten zieht das Zeitrelais an und schaltet das Magnetventil von Luft auf Propan für 30-? sek. und wenn es dann wieder abfällt wird wieder auf Luft zurückgeschaltet. Der Gasverbrauch bei diesen geringen Drücken ist ganz Minimal.

11 Reaktionen zu “Pflanzenölkocher - Zweistoffdüsen”

  1. Inge aus HH

    Mein lieber Herr Gesangverein, wat du allns so kannst und weißt, da ist ja der Einstein bald gar nüscht gegen. Wenn der Strompreis ganz in die Höhe rutscht, dann versuche ich auch mal zu pölen, aber erst mal muss ich mir diese neue Wissenschaft verinnerlichen.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend. Übrigens, was anderes, haste denn jetzt wenigstens vernünftige Mieter? Mietnomaden von vorher sind ja nun endlich weg…

  2. Ingo

    habe alle deine Erfidungen mit Begeisterung betrachte, bin selber am forschen über kostenlose Energien, finde es toll, das es solche Leute gibt die sich was einfallen lassen, wenn du Lust hast dann sehe mal unter Myvideo.de –> Feuerschneeschieber (dieses Video ist von mir),
    mfg Ingo

  3. horst böhler

    kannst du mir bitte genauere unterlagen wie Zeichnung oder wo bekomme ich diese düse zukommen lassen

  4. Eugen J. Keusen

    Hallo Peter

    sehr interessante Sache das mit der Düse und dem PÖL

    Wie viel Druck und wie viel Luftmenge hast Du denn da
    reingesteckt ?

    Jetzt bräuchte man nur noch ne geregelte PÖL Heizung
    und das ganze in eine Gehäuse gepackt und man hätte
    ne prima Heizung / Kochstelle

    Gibts schon Erfarung mit der Dauerhaftigkeit und dem
    Rußverhalten ?

    Grüße

    Eugen j.keusen

  5. Ronny

    ich wollte mal nachfragen was die zweistoffdüse komplet kostet

  6. Carsten

    Jetzt nur noch der Betrieb mit Luftpumpe wie beim Protos von Bosch & Co. Leider kann man diesen ja nicht so einfach kaufen.

  7. Tobias

    nachdem ich den Protos von BSH auf einer Messe gesehen habe, war ich davon sofort begeistert.
    Leider kann man ja deren Ding nicht so einfach kaufen.
    könntest du bitte mit mir Kontakt aufnehmen?
    Danke im vorraus

  8. Sven

    Hallo,
    endlich habe ich was gefunden !!!!!! es geht um die “ZWEISTOFFDÜSE” ……wie wollen einen blaubrenner umbauen und dafür brauch ich solch eine düse, wie sie eine benutzen. leider find ich nichts näheres im netz über diese düse! (genaue bezeichnung, preis , größe, u.s.w.) ich hoffe, das Sie mir ein bisschen weiter helfen können……..

    mfg
    SVEN

  9. Peter

    Es steht doch in der zweiten Zeile ein Link zu dem Düsenvertrieb, einfach mal dort anrufen und sich beraten lassen:!
    http://www.diva-duesen.de/

  10. detlef

    Hallo Leute, Bastler, und Erfinder,

    ich bastel und versuche schon seit mindesens 15 Jahren immer nur mal so nebenbei Altöl zu verbrennen was mir auch auch schon ab und an mal gelungen ist, was ja dem Frittenöl sehr nahe kommt.
    Jetzt habe ich mir so eine Venturidüse mit Adapter gekauft mit einem niderschlagenden Erfolg, was mach ich falsch?
    Ich habe eine alte Fritöse wobei ich das Öl bis zum Maximun auf 190°C erhitzt habe bekomme dann eine Zündung mit einem Gasbrenne zustande aber das kann es nicht sein, setze ich dem Öl benzin zu ergibt das ein einwandfreies Flammenbild aber das kann es auch nicht sein, weil wir möchten ja sparen.
    Allerding habe ich über der Düse eine Stauscheibe genau wie bei einem herkömmlichen Ölbrenner und Flammenrohr könnte da der Fehler liegen ?

    Ich hoffe mir kann hier einer helfen ? ich danke im Voraus.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hallo Detlef,

    beantwortest Du ja schon selbst, tippe auch auf die Stauscheibe. Die sollte nicht zu nahe vor der Düse sitzen, am besten raus damit.
    Wirf mal einen Blick in das Patent zum MBU100, dort werden einige Zeichnungen für so eine Düse gezeigt. Hoffe das hilft Dir weiter. 190°C Ölvorwärmung ist aber Grenzwertig, denke 80-100°C sind völlig ausreichend um des Öl Flüssig zu bekommen und denk an die Hitzebeständigkeit der Düsendichtung.

    Tschüss Peter
    Detlef

  11. detlef

    Hallo Peter,

    danke für deine Antwort, ich hätte da noch ein paar Fragen.
    Auf die Stauscheibe bin ich ja nur gekommen da es die Fa. Giersch einen solchen Brenner mit Venturiprinzip anbietet muss ich überhaupt eine Stauscheibe haben ? Oder fängt sich der zu verbrennede Nebel besser in einer Brennkammer wie von dir dargestellt in einem Lochblech ?
    Hier mal die Fa. Girsch www. Giersch.de die beschreiben Vorwämtemperaturen
    Rapsöl auf 40°c Mineralöl 80-100°c und alle brennbaren Flüssigkeiten ohne Vorwärmung bei einem Druck von 2-2,5 bar.

    M.f.G
    D. Scheufler

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