Monatsarchiv für Februar 2013

Moccadur VEB DDR Kaffeemaschine entelekrifiziert - Coffeemaker modified to external Heat

Dienstag, den 12. Februar 2013

Angeregt durch eine Diskussion über einen neuen Perkolator hatte ich mich bei Wiki umgeschaut und bin auf die Moccadur aufmerksam geworden.

Optisch sehr ansprechende Kaffeemaschinen, aber die Elektrik ist von Anno dazumal (1950) und als Schalter fungiert der Stecker. Allerdings das widerum Gute daran ist, dass das Heizelement samt Fuss und Kabelanschluss nur mit einer Schraube gehalten wird. Ganz genau ist ein ca. 5 cm langes Stück Gewindestange unten an den Kessel gelötet und daran wird der Fuss mit 2 Muttern gehalten.

Das war Ruckzuck demontiert und die Gewindestange abgekniffen und schon hatte ich eine Netzunabhängige Kaffeemaschine die sich sehr schön mit einem Spirituskocher betreiben lässt.

Erstmal Wasser in den Kessel, auf den Kocher und schauen was passiert…

Das ist ein Blick von Oben ohne Deckel und Filtereinsatz, Wasser und Dampf pulsieren auf Höhe des Filtereinsatzes.

Mit gefüllten Filtereinsatz sieht man den frisch gebrühten Kaffee aus dem Filter laufen. Ein Genuss vorm ersten Schluck.

Schon kann man lecker Kaffee zapfen.

So sieht der Boden des Kessels aus, in der Mitte erkennt man den abgekniffenen Rest der Gewindestange.

Mein Nachbar Lothar, der ja von seiner Hebelespressomaschine verwöhnt ist meinte “den Kaffee kann man ja sogar trinken”. Aber nicht nur Kaffee kann man darin zubereiten, sondern Tee funktioniert auch ganz gut.

Dazu wird der Filtereinsatz einfach mit ein paar Teebeuteln bestück oder der Wunschtee mit einem Melitta Tassenfilter Nr.1. Filterpapier gab es zu DDR Zeiten in 100 mm Durchmesser mit 9 mm Loch in der Mitte. Wie mir ein Forumskollege verriet müssten Melitta-Filter der Größe Nr.1 mit 95 mm Durchmesser wohl auch passen. Ich hab mir einfach mit einem Dichtungskreisschneider welche aus normalen Tüten ausgeschnitten und ein Loch in die Mitte gestanzt. Toll, pro Tüte bekommt man 2 Filter :-)

http://www.youtube.com/watch?v=aKSzcDzhQGQ

Meine Bilder sind derzeit auf Verdacht geschossen (Displayschaden), aber bei dem Youtube-Link sieht man mehr und auch die Funktion wird genau erklärt.

Das elektrische Heizelement hat einen Leistung von 500-600 Watt, dementsprechend klein stellt man die Flamme des Kochers. Bei meinem Spirituskocher reicht etwa ein Drittel bis die Hälfte der möglichen Heizleistung. Gibt man mehr Power löst nur unnötig das Überdruckventil im Kesselverschluss aus, aber dann weiß man wenigstens dass es funktioniert.